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AUS- UND WEITERBILDUNG

Transparenzinstrumente

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Um die europäische Idee und das europäische Bildungssystem zu stärken sind im Zuge des Kopenhagen-Prozesses Veränderungen in der europäischen Bildungspolitik angestoßen worden und „Instrumente” entwickelt worden, welche die Transparenz und die Möglichkeit einer Vergleichbarkeit der beruflichen Bildung unterstützen. Dieser Prozess wird gelenkt von der europäischen Kommission und unterstützt durch die Bildungsminister der EU-Mitgliedsstaaten.

Europäische Qualifikationsrahmen (EQR)
Der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) bildet als Referenzrahmen für lebenslanges Lernen die Leistungen der jeweiligen nationalen Bildungssysteme auf europäischer Ebene in acht Niveaustufen ab. Entsprechend erarbeiten die jeweiligen Länder in Europa einen nationalen Qualifikationsrahmen. Damit die Ergebnisse des deutschen Bildungssystems EU-weit Anerkennung finden, müssen sie dem EQR angemessen zugeordnet werden können.

Der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) soll innerhalb des europäischen Bildungsraumes folgendes gewährleisten:
-    Einen europäischen Lern- und Arbeitsraum zu schaffen
-    Die Dokumentation Lebenslangen Lernens
-    Eine Validierung non-formalen und informellen Lernens
-    Die Übersetzungsfähigkeit der Bildungssysteme in Europa durch die Beschreibung von Lernergebnissen. Dabei werden im Rahmen eines outcome-orientierten Ansatzes die Lernergebnisse unabhängig von Art, Dauer und Ort der Lernprozesse gewertet. Der Fokus liegt auf demnach auf Kompetenzen und beruflicher Handlungsfähigkeit.

Für die Berufsbildung und lebenslanges lernen sind folgende Instrumente wesentlich:
-    der Europäische Referenzrahmen für die Qualifikationsniveaus (EQF - European Qualification Framework),
-    der Europäische Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (leaflet- European Qualifications Framework for Lifelong Learning), und
-    das Europäische Kreditpunktesystem für die berufliche Bildung (ECVET - European Credit System for Vocational Training).

Für die Betriebe wird der Europäische Rahmen zwar erst in seiner nationalen Umsetzung direkt relevant; um die Abschlüsse der dualen Aus- und Weiterbildung adäquat in Europa einordnen zu können.

Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR)
In Folge der Europäische Qualifikationsrahmen/European Qualification Framework (EQR/EQF) stand der entstehende Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR). In diesem Zusammenhang wurde das Leistungspunktesystem für die Hochschule ECTS eingeführt. Das Leistungspunktesystem für die Berufsbildung/ European Credits for EducationalVocational Training (ECVET) befindet sich in der Erprobungsphase.

Mit dem deutschen Qualifikationsrahmen (NQR) sollen die nationalen Qualifikationen in das europaweite Raster eingeordnet werden, um ein umfassendes, bildungsbereichsübergreifendes Profil der in Deutschland erworbenen Kompetenzen abzubilden. Nach intensiven Diskussionen über die Zuordnung schulischer und beruflicher Qualifikation zu den einzelnen Niveaustufen, haben sich Spitzenvertreter von Bund, Ländern und Sozialpartnern am 31.01.2012 auf einen Kompromiss verständigt. Danach sollen die allgemeinbildenden Schulabschlüsse zunächst dem Rahmen nicht zugeordnet werden. Zugleich wurde beschlossen, dass zweijährige berufliche Erstausbildungen auf Niveau 3 und drei- und dreieinhalbjährige Erstausbildungen auf Niveau 4 eingestuft werden. Schon zuvor bestand zwischen Bund, Ländern und Sozialpartnern Einigkeit, auf Niveau 6 die Abschlüsse Bachelor und Meister zu verorten. Eine ausführliche Matrix des Deutschen Qualifikationsrahmens finden Sie im DQR-Dokument auf der Seite www.dqr.de

Bewertung des DQR aus Sicht der Wirtschaft: DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann bewertete den Konsens mit der Kultusseite als "vertretbar", weil es vorrangig um die Erhöhung von Transparenz und Mobilität auf dem europäischen Arbeitsmarkt gehe. Nun könne "jenseits der Abitur-Frage an der Entwicklung eines Qualifikationsrahmens weitergearbeitet werden", so Driftmann. (siehe auch Meldung vom 1. Februar 2012).

Europass

Der von den europäischen Staaten gemeinsam entwickelte Europass besteht aus den fünf Komponenten: Lebenslauf, Sprachenpass, Mobilitätsnachweis, Diplomzusatz und Zeugniserläuterung. Der hilft, die eigenen Qualifikationen, Fähigkeiten und Kompetenzen europaweit verständlich darzustellen. Für mehr Information siehe: Europass - Fünf Dokumente für mehr Transparenz.

Berufsbildungssysteme in Europa

Hier finden Sie einen ersten Überblick über die Berufsausbildung in den verschiedenen europäischen Staaten.

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