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12. DEZEMBER 2011

Griechenland-Veranstaltung

Griechenland - ein Land macht sich auf den Weg

"Jeder Krise wohnt ein Neuanfang inne", brachte es Dr. Ilja Nothnagel, Referatsleiter Grundsatzfragen der Außenwirtschaft, Außenwirtschaftsförderung beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), bei der Griechenland-Veranstaltung der IHK Berlin am 12. Dezember auf den Punkt. Tatsächlich sind die Neuanfänge in Griechenland derzeit zahlreich. Besonders der öffentliche Sektor und die Wirtschaft des Landes befinden sich im Umbruch. Griechenlands Botschafter Dimitris Rallis brachte daher in seinem Grußwort an die Teilnehmer auch seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die jüngsten Reformen sein Land bald auf den Wachstumspfad zurückführen werden. Dabei gibt es Wirtschaftszweige, in denen das Land mit seiner Schnittstellenfunktion zwischen Zentraleuropa, Asien und Nordafrika bereits heute attraktive Geschäftschancen bietet.

Griechenland-Veranstaltung am 12.12.2012 in der IHK Berlin © IHK Berlin | Wolf-Dietrich Braun Zoom
Ein bereits heute Erfolg versprechender Bereich sind die Erneuerbaren Energien. Dirk Volkmann vom Berliner Solarzellenhersteller Q-Cells bezeichnete Griechenland in seinem Erfahrungsbericht als den weltweit nach Ontario attraktivsten Standort für die Solarbranche. Die Voraussetzungen seien ideal: Eine hohe Anzahl von Sonnenstunden pro Jahr, verbunden mit einem lukrativen Einspeisetarif und inzwischen deutlich vereinfachten Genehmigungsverfahren. So könne Griechenland in absehbarer Zeit vom Energieimporteur zum Lieferanten von sauberer Energie für Zentraleuropa werden, wie es das nach dem griechischen Sonnengott Helios benannten Programm bezwecke.

Aristomenis Syngros, Vorstandsvorsitzender von Invest in Greece, nannte als weitere derzeit aussichtsreiche Branche den Tourismus, der in diesem Jahr ein Wachstum von voraussichtlich über 10% erzielen werde, ohne dass hier ein Ende in Sicht sei. Insbesondere im Vier- und Fünf-Sterne-Sektor sieht er noch Wachstumsmöglichkeiten. Zudem beschränke sich der Tourismus im Wesentlichen bislang auf rund drei Monate des Jahres, wodurch sich zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten zur touristischen Erschließung des übrigen Zeitraums ergeben.

Die gut besuchte IHK-Veranstaltung machte zum einen deutlich, dass die Beziehungen zwischen Deutschland und Griechenland traditionell eng sind. Zum anderen klang jedoch auch an, dass die zahlreichen Geschäftschancen Griechenlands vor allem durch das fehlende Vertrauen in die wirtschaftliche Zukunft des Landes beeinträchtigt werden. Die Experten waren sich einig: Nur wenn dieses Vertrauen wiederhergestellt ist, wird es dem Land gelingen, seine Krise tatsächlich zu überwinden. So betonte auch Dirk Volkmann von Q-Cells, dass trotz Renditen in der Solarbranche von bis zu 25%, neue Investoren momentan nur schwierig zu gewinnen seien. Christian Wiesenhütter, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin schloss daher auch mit einem Zitat des griechischen Philosophen Demokrit: "Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende." So wünschte er den Teilnehmern den Mut zum Handeln, nicht zuletzt aber auch das erforderliche Quäntchen Glück, um am Ende tatsächlich erfolgreich zu sein.


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