Die Bruttowertschöpfung (BWS) der Berliner Gesundheitswirtschaft, d.h. der Gesamtwert der im Produktionsprozess erzeugten Waren und Dienstleistungen abzüglich des Wertes der Vorleistungen, betrug im Jahr 2009 rund 10,7 Mrd. Euro. Das entspricht einem Wertschöpfungsanteil von über 13 Prozent an der Gesamtwirtschaft in Berlin. Daran hat den mit Abstand größten Anteil von 66 Prozent das Gesundheits- und Sozialwesen, gefolgt vom verarbeitenden Gewerbe mit einem Anteil von knapp 18 Prozent.
Gesundheitswirtschaft äußerst krisenfest
Die Gesundheitswirtschaft in Berlin hat die Folgen der Wirtschaftskrise 2009 nach Angaben des WifOR-Instituts nahezu unbeschadet überstanden. Vor allem das Gesundheits- und Sozialwesen zeigte sich krisenfest. Dies legen auch die Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage nahe. Demnach berichten ähnlich wie in der gesamten Berliner Wirtschaft die meisten Unternehmen der Gesundheitswirtschaft von einer positiven Stimmung. Auch auf Bundesebene ist die Branche in guter Verfassung. Nach einer Umfrage des DIHK planen die Unternehmen in diesem Jahr 70.000 neue Jobs zu schaffen.
Auch zukünftig wird die Gesundheitswirtschaft stärker wachsen als die Gesamtwirtschaft. WifOR prognostiziert bis 2030 einen Anstieg der Bruttowertschöpfung um 54,2 Prozent, während für den Durchschnitt der Gesamtwirtschaft in Berlin nur 44,2 Prozent erwartet werden. Vor allem der Anteil der Forschung und Entwicklung wird überproportional steigen (+85,3 Prozent). In absoluten Zahlen ist der Anstieg jedoch geringer als beispielsweise in der Pharmaindustrie (+27,2 Prozent) und der Medizintechnik (+16,3 Prozent).
Pharmaindustrie auf dem Vormarsch
© TU Darmstadt und WifOR, August 2009
Entwicklung der Wirtschaftszweige im Cluster Gesundheitswirtschaft in Berlin/Brandenburg
Vergleich 1996/2008, Bruttowertschöpfung in Prozent
Gesundheitswirtschaft als Beschäftigungsmotor
Derzeit arbeiten ca. 226.000 Personen in der Berliner Gesundheitswirtschaft. Das entspricht einem Erwerbstätigenanteil von knapp 14 Prozent an der Gesamtwirtschaft. Davon sind 79 Prozent im Gesundheits- und Sozialwesen und nur je knapp 6 Prozent im verarbeitenden Gewerbe und im Handel tätig. Für das Jahr 2030 hat WifOR insgesamt einen Anstieg der Erwerbstätigenzahl um 11 Prozent auf 247.910 errechnet. McKinsey geht in seiner aktuellen Studie „Berlin 2020. Unsere Stadt“ sogar davon aus, dass bis 2020 über das ohnehin zu erwartende Wachstum hinaus 5.000 bis 10.000 neue Arbeitsplätze in der Gesundheitswirtschaft entstehen können. Voraussetzung dafür ist ein Umdenken auf allen Ebenen. Die Gesundheitswirtschaft darf nicht mehr als Kostentreiber gesehen werden, sondern als große Wachstumschance. Ein klares Bekenntnis zu Innovation und Spitzenmedizin ist dringend erforderlich.
Eine Vielzahl von Unternehmen aus der Gesundheitswirtschaft finden Sie in der nebenstehenden Liste der größten 100 Arbeitgeber in Berlin (Downloads). Unter "Mehr zu diesem Thema" finden Sie ebenso weitere Informationen zum Gesundheitsstandort Berlin und den verschiedenen Branchen der Gesundheitswirtschaft.