"Sicherheit im Handel" findet große Resonanz
Ladendiebstahl, Raubüberfall und Falschgeld - das sind die Delikte, mit denen viele Händler und ihre Mitarbeiter in der Praxis konfrontiert werden. So ist die Anzahl der Ladendiebstähle im Berliner Einzelhandel allein im Jahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 8,9 % gestiegen. Insgesamt wurden mehr als 35.000 Diebstähle verzeichnet. Aber auch die Zahl der Raubüberfälle, die für die betroffenen Händler zumeist traumatische Folgen haben können, hat spürbar zugenommen.
Um in einer solchen Ausnahmesituation vernünftig handeln zu können, sind die meisten Unternehmer auf Hilfe und Erfahrungen von Polizei und anderen Spezialisten angewiesen. Um den Berliner Handel hier ausreichend zu unterstützen, hat in der IHK Berlin daher am 29. Juni 2011 eine Veranstaltung unter dem Titel "Sicherheit im Handel - Was tun bei Ladendiebstahl, Raub & Co." stattgefunden. Dabei wurden den mehr als 60 interessierten Zuhörern kurz, pragmatisch und praxisorientiert Möglichkeiten gezeigt, wie sie sich wirksam gegen Ladendiebstahl, Raub oder das Einschleusen von Geld schützen können.
Herr Mattausch von der Berliner Polizei erläuterte den Zuhörern anhand verschiedener Beispiele aus der polizeilichen Arbeit, wie man sich im Ernstfall richtig verhält. Etwa, wie man mit dem Täter umgeht, um sich nicht selbst in Gefahr zu bringen, wie man ein richtiges Diebstahlsprotokoll anfertigt oder wann man auf jeden Fall eine Strafanzeige erstatten sollte. Zudem stellte er Techniken der sog. Deeskalation bei einem Raubüberfall vor und gab Ratschläge, wie man betroffene Mitarbeiter unterstützt, um häufig auftretende Traumatisierungen zu vermeiden (z.B. Kontakt zur "Opferhilfe e.V."). Weitere allgemeine Informationen finden alle Interessierten auf den Seiten der Berliner Polizei (www.berlin.de/polizei/praevention/).
Ergänzt wurden diese praktischen Ausführungen von Frau Dr. Luczak (Rechtsanwältin), die auf rein rechtliche Aspekte näher einging. Sie erklärte beispielsweise, wann man einen Dieb festhalten darf, ohne sich selbst strafbar zu machen oder welche rechtlichen Probleme bei Videoüberwachung und Ausgangskontrollen entstehen können. Details zu ihrem Vortrag finden Sie rechts im Download-Bereich.
Abgerundet wurde die Veranstaltung schließlich durch den Vortrag des Filialleiters der Bundesbank in Berlin, Herr Klose, der anhand von echten und gefälschten Geldscheinen die jeweiligen Unterschiede erläuterte. So sollte man beispielsweise immer auf das besondere Papier, das fühlbare Druckbild oder die sich optisch veränderndern Folienstreifen bei einem echten Geldschein achten. Dies konnten die Teilnehmer auch an mitgebrachten Geldscheinen gleich selbst testen. Es wurde zudem darauf hingewiesen, dass insbesondere größere Unternehmen kostenlose Inhouse-Schulungen zur Falschgeldthematik durch die Filiale der Bundesbank in Anspruch nehmen können. Ausführliche Informationen zum Thema "Falschgelderkennung" finden Sie hier.