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Berliner Vorreiter in Sachen Compliance: Firmeninhaberin Alexandra Knauer mit Geschäftsführer Dr. Alexander Bünz
Die Wissenschaftliche Gerätebau Dr. Ing. Herbert Knauer GmbH in Zehlendorf ist ein Vorzeigeunternehmen. Vor zwei Jahren bekam es das begehrte Gütesiegel „Top Job“ und war damit in die Riege der 100 besten Arbeitgeber im Mittelstand aufgestiegen. Jetzt hat die Labortechnik-Firma mit mehr als 100 Mitarbeitern und Vertretungen in über 60 Ländern ein eigenes Compliance-Programm aufgelegt, das in Geschäftsgrundsätzen und Verhaltensregeln alle Mitarbeiter auf die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften verpflichtet – und ist damit auch wieder Vorreiter.
Den Katalog erarbeitete die Knauer-Geschäftsführung mit einem Berater des TÜV Rheinland- Pilotprojekts Corporate Social Responsibility (CSR). „Wir haben uns dabei auf die Schwerpunkte Transparenz und Anti-Korruption konzentriert“, sagt Dr. Alexander Bünz, der mit Alexandra Knauer das Unternehmen leitet, „wobei unser Regelwerk in fünf Abschnitte gegliedert ist – Führung, Personalwesen, Finanz- und Rechnungswesen, Vertrieb und Einkauf.“
Compliance? Nur bürokratischer Aufwand, brauchen wir nicht. So denken bis heute viele Mittelständler. Dabei ist Compliance – also die Gesamtheit aller Maßnahmen, die das rechtmäßige Verhalten eines Unternehmens und seiner Mitarbeiter und Organe nach innen und außen garantieren sollen – auch und gerade für sie überlebenswichtig geworden. Damit sollen nicht nur Korruption verhindert, sondern auch andere rechtliche Tretminen entschärft werden, die gerade Mittelständlern äußerst gefährlich werden können – das Antidiskriminierungs- oder das Gleichstellungsgesetz etwa, Fallen im Steuerrecht oder kartellrechtliche Risiken.
Kernstück solcher Compliance-Maßnahmen ist der detaillierte Verhaltenskodex (Code of Conduct) für alle Mitarbeiter, ein Regelkatalog, der präzise aufs Unternehmen zugeschnitten sein sollte. Die IHK Berlin wird im Geschäftsbereich „Recht & Fair Play“ einen Expertenkreis zusammenstellen, der interessierte Mittelständler unterstützt. „Wir wissen um die Wichtigkeit von Compliance“, sagt IHK-Beraterin Juliane Griesbach, „und deshalb arbeiten wir daran, unseren Mitgliedern einen verständlichen und nachvollziehbaren Zugang zu diesem komplexen Thema zu verschaffen.“
| Code of Conduct |
| Das Unternehmen verpflichtet alle Mitarbeiter, die Führung eingeschlossen, zu fairem, vertrauens- und respektvollem Umgang. Kunden und Geschäftspartner müssen ebenso fair und korrekt behandelt werden, Menschen anderer Ethnien dürfen nicht diskriminiert werden. Aktive und passive Korruption sind strikt untersagt, ebenso Preis- und andere Absprachen mit Wettbewerbern. Geschäftsbeziehungen und Buchhaltung sind so transparent wie möglich zu gestalten. Datenschutz und -sicherheit haben Priorität, private Nutzung von Firmeneigentum ist verboten. |
Professor Alexander Wurzer von der Steinbeis-Hochschule Berlin ist sicher, dass sich Compliance rechnet: „Man muss dem Mittelständler klar machen, welchen konkreten mittelfristigen Nutzen er aus der Beschäftigung mit Compliance hat – man muss ihm zeigen, wie er Compliance relativ problemlos in sein Geschäft integrieren kann, ohne neue Strukturen aufbauen oder dafür neue Mitarbeiter einstellen zu müssen.“ Vor allem müsse der Mittelständler von Compliance überzeugt werden: „Wenn einer kommt und sagt, ich helfe dir bei deinem Problem, was du selbst aber gar nicht als Problem empfindest, dann funktioniert das nicht.“
Obwohl auch Knauer-Geschäftsführer Dr. Alexander Bünz bislang immer davon ausgegangen ist, dass sich seine Mitarbeiter stets an die gesetzlichen Vorschriften gehalten haben, ist er dennoch froh: „Wir haben jetzt einen offiziellen Leitfaden, der allen deutlich macht, dass wir ein vorbildliches und verantwortungsbewusstes Unternehmen sind.“
Almut Kaspar
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