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BERLINER WIRTSCHAFT – DEZEMBER 2011

Persönlicher Kontakt als Erfolgsfaktor

Absolventen © PA/DPA Zoom Auf dem Arbeitsmarkt begehrt: Laut Umfrage der IHK suchen rund 44 Prozent der Unternehmen akademisch ausgebildete Fachkräfte.


Die Berliner Unternehmen stehen vor einer großen Herausforderung: Laut IHK-Konjunkturumfrage wird es für sie zusehends schwieriger, ihre offenen Stellen mit Hochschulabsolventen zu besetzen. Rund 44 Prozent der befragten Unternehmen suchen akademisch ausgebildete Fachkräfte. Mittlerweile droht der Engpass zum Wachstumshemmnis für die Wirtschaft zu werden, und das, obgleich Berlin eine überdurchschnittliche Attraktivität bei Studierenden und akademischen Fachkräften aufweist.

So geht aus einem Bericht zum Absolventenjahrgang 2008 an der Technischen Universität hervor, dass die Verbleibquote für die Beschäftigungsregion Berlin bei 68 Prozent liegt. Dies ist vergleichbar mit der Quote an der Freien Universität (68,5 Prozent) oder der Humboldt-Universität (63 Prozent). Also gute Voraussetzung für die Berliner Unternehmen, akademische Fachkräfte zu rekrutieren?

Cornelia Schwarz von der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, „allerdings werden noch nicht alle Chancen zur Rekrutierung durch die Unternehmen genutzt. Nicht jede offene Stelle wird uns gemeldet.“ Schwarz sieht hier ein Informationsdefizit bei den Unternehmen. „Vielen KMU ist noch nicht klar, dass der Arbeitgeberservice der Berliner Arbeitsagenturen und Jobcenter ein umfassendes Angebot für Unternehmen bietet, die Akademiker suchen. Darüber hinaus nehmen unsere drei Berliner Hochschulteams schon während des Studiums Kontakt zu den Studierenden auf, um so einen reibungslosen Übergang ins Berufsleben zu ermöglichen.“ Gerade KMU könnten von diesen Angeboten profitieren, auch kurzfristig.

Michaela Frana, Leiterin Career Services & Alumni Management der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin, schätzt vor allem den persönlichen Kontakt als zentralen Erfolgsfaktor. Unternehmen seien dann immer erfolgreich bei der Rekrutierung, wenn sie über persönliche Kontakte zur Hochschule verfügen. Denn Absolventen würden zunächst nach Betrieben recherchieren, deren Namen sie kennen. Weniger bekannte Firmen könnten in den Suchhorizont der Studierenden geraten, wenn sie Aufmerksamkeit hervorrufen. „Hochschulen bestehen aus einem Netz von Personen mit verschiedensten Interessen, entsprechend vielfältig können die Wege sein, wie Unternehmen mit einer Hochschule in Kontakt treten können“, so Frana.

Wichtig seien auch Empfehlungen. So könne etwa die Erfahrung eines Praktikanten dazu führen, dass ein Unternehmen weiter empfohlen werde. Michaela Frana rät zudem, sich zunächst auf eine oder zwei Hochschulen und Studiengänge zu konzentrieren, die in dem Bereich ausbilden, in dem das Unternehmen seine Kernkompetenz habe. Dort finde das Unternehmen mit Sicherheit Studierende und Professoren, die sich für dasselbe Thema begeistern können. Weitere Informationen über Wege und Möglichkeiten zur Rekrutierung von Hochschulabsolventen mit entsprechenden Links für kleine und mittlere Unternehmen bietet der IHK-Leitfaden „Praxistipps zur Sicherung akademischer Fachkräfte“ (Dok.-Nr. 89042) beziehungsweise der Praktikanten- und Fachkräftekompass (Dok.-Nr. 80578).

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