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BERLINER WIRTSCHAFT SEPTEMBER 2010
Bürokaufleute unter den Top Ten
Der Ausbildungsberuf profitiert von seinem großen Spektrum an Einsatzmöglichkeiten
Der Beruf des Bürokaufmanns/-frau liegt auf der Beliebtheitsskala der Jugendlichen weiterhin ganz oben. Zwar sind die Prüflingszahlen im diesem Ausbildungsberuf seit 1996 leicht rückläufig, dennoch rangiert er unter den Top Ten. Zurückzuführen ist das vor allem darauf, dass die Fachkräfte nach dem Ende ihrer Ausbildung so vielseitig und branchenübergreifend einsetzbar sind.
Fachkräfte sind vielseitig einsetzbar
Bürokaufleute erledigen in einem Unternehmen Tätigkeiten wie allgemeine Verwaltungsaufgaben, Buchhaltung, Lohn- und Gehaltsabrechnung, das Rechnungswesen und den Schriftverkehr. Zudem kümmern sie sich um Steuer- und Versicherungsfragen sowie um die Bestands- und Verkaufszahlen. Sie schreiben Rechnungen, überwachen Zahlungseingänge und leiten gegebenenfalls Mahnverfahren ein.
In der Lagerwirtschaft prüfen sie die eintreffende Ware, kontrollieren die Lagerbestände, erstellen Statistiken und überwachen die Lagerkosten. Zu ihren Tätigkeiten können auch Aufgaben in Vertrieb, Einkauf und Verkauf gehören. Nach erfolgreicher Ausbildung bietet der Bürokaufmann interessante Möglichkeiten zu höheren kaufmännischen Qualifikationen, wie für den Fachkaufmann, den Fachwirt oder den Betriebswirt.
Robert Lehmann, zuständiger Ausbilder bei dem Unternehmen Creditreform Berlin, zeigt sich zufrieden über seine angehenden Fachkräfte. Sie schneiden in jedem Jahr mit guten bis sehr guten Ergebnissen bei der Prüfung ab. Die Creditreform Berlin sieht sich in der Pflicht die Auszubildenden zu fördern und bei der Prüfungsvorbereitung zu unterstützen. „Denn“, so Lehmann, „eine gute Ausbildung bildet die Basis und das Rüstzeug für die berufliche Laufbahn.“ So kann die Creditreform jeden zweiten Azubi nach Abschluss der Ausbildung in den Betrieb übernehmen.
Die IHK Berlin führt zweimal im Jahr Prüfungen durch. Dabei variiert die Anzahl der Prüflinge pro Prüfungsintervall zwischen 400 und 1300 Prüflingen. Zur Abnahme der Prüfung stehen 29 Prüfungskommissionen mit insgesamt 175 ehrenamtlichen Prüfern und Prüferinnen bereit. Um ihre Aufgaben effizient erledigen zu können, müssen die Azubis bereits in der Ausbildung einen sicheren Umgang mit dem Computer lernen. Auch die Prüfungen finden bereits rechnerunterstützt statt. Der Beruf des Bürokaufmanns war einer der ersten Berufe, in dem seit der Neuordnung 1991 PC-unterstützte Prüfungen abgenommen wurden. Mehr als die Hälfte der Prüflinge hat eine betriebliche Ausbildung bei den Mitgliedsfirmen der IHK und der HWK absolviert. Lediglich einen geringen Prozentsatz an Prüfungsanmeldungen machen die Fachkräfte aus, die ihren Berufsabschluss als externe Prüflinge erlangen.
Umschulungen rückläufig
Eine größere Bedeutung haben hier schon die betrieblichen und überbetrieblichen Umschulungsmaßnahmen, die besonders in den Jahren von 1990 bis 2003 eine regelrechte Hochkonjunktur hatten. Die Lücken, die bei den Umschulungen durch Sparmaßnahmen und durch Insolvenzen bei der betrieblichen Ausbildung entstanden sind, haben sich in diesem Beruf kaum bemerkbar gemacht.
Claudia Jahnel
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