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BERLINER WIRTSCHAFT SEPTEMBER 2010

Neue Ideen für alte Hallen

Berliner Großmarkt

Neue Betreiber, neuer Besitzer, neue Vermarktung: Drei Hallengebäude der Berliner Großmarkt GmbH haben neue, sehr unterschiedliche Perspektiven. Einen Betreiberwechsel geben es in der denkmalgeschützten Markthalle an der Moabiter Arminiusstraße. Die Zunft AG aus dem pfälzischen Wachenheim erhält dort für 50 Jahre ein Erbbaurecht. Ihr Konzept für eine sogenannte Zunfthalle sieht kleinteilige Flächen für Händler, Handwerker und Kreative in dem 120 Jahre alten Gebäude vor. Der Umbau soll in den kommenden Monaten beginnen, die Wiedereröffnung mit bisherigen und neuen Mietern ist für Ende des Jahres geplant.

Zu einer Kulturadresse wird der ehemalige Blumengroßmarkt an der Kreuzberger Friedrichstraße. Das 10 000 Quadratmeter große Grundstück ist an die Stiftung Jüdisches Museum Berlin verkauft worden, die in der Halle unter anderem eine Akademie sowie Veranstaltungs- und Archivräume einrichten will. Wie beim Jüdischen Museum plant US-Architekt Daniel Libeskind den Umbau. Mit den Arbeiten soll rasch begonnen werden. Die neue Nutzung war möglich geworden, weil der Blumengroßmarkt im Mai an die Beusselstraße gezogen war. Rund um die leer gezogene Halle in Kreuzberg stehen noch weitere Flächen zum Verkauf, insgesamt etwa 13 000 Quadratmeter. Der Liegenschaftsfonds Berlin will sie im Herbst auf der Münchner Immobilienmesse Exporeal anbieten.

Einen neuen Anlauf zur Vermarktung unternimmt die Berliner Großmarkt GmbH unterdessen an der Kreuzberger Eisenbahnstraße. Die dortige Markthalle aus dem Jahr 1890 soll verkauft werden. Ein erster Versuch war im Februar gescheitert. Anstatt wie vorgesehen ein kleinteiliges Laden- und Gastronomieangebot zu schaffen, hatte der damalige Investor die Ansiedlung großer Supermärkte geplant.

BW

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