Der Businessplan ist ein schriftliches, relativ umfassendes Unternehmenskonzept, das den Unternehmensgegenstand, die Produkte und relevanten Märkte sowie die Ziele und Strategien des Unternehmens prägnant und anschaulich beschreibt. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht die vergangene und zukünftige Unternehmensentwicklung. Sowohl die Potentiale als auch die Risiken müssen fester Bestandteil des Businessplans sein. Das Konzept sollte einen zeitlichen Horizont von drei bis fünf Jahren abdecken.
Hauptziel eines Businessplans ist es in der Regel, externen Adressaten einen schnellen aber informativ hochwertigen Gesamtüberblick über das Unternehmen zu geben, um Fremdkapital einzuwerben. Er ist also quasi die "Visitenkarte" des Unternehmens. Ohne einen professionell erstellten Businessplan sind erfolgreiche Verhandlungen mit Kapitalgebern kaum möglich. Sowohl den Inhalten und sprachlichen Formulierungen als auch der ansprechenden Aufbereitung (Layout) kommen daher höchste Bedeutung zu.
Bei der Erstellung des Konzepts ist unbedingt darauf zu achten, wer dessen Leser ist. Dieser muss die Inhalte gut verstehen und die wesentliche Punkte schnell finden können. Bei verschiedenen Adressaten ist evtl. das Anpassen der Konzeptinhalte notwendig. Da spezielle Branchenkenntnisse oft fehlen, ist die weitgehende Vermeidung von technischen Details und Fachbegriffen ratsam.
Bei Banken werden die Geschäftspläne in der Regel von Mitarbeitern im Back-Office gelesen und bewertet. Zu diesen hat der Unternehmer normalerweise keinen direkten Kontakt. Was nicht im Businessplan steht und vielleicht nur dem Bankberater mitgeteilt wurde, ist daher im Zweifelsfall verloren. Vollständigkeit ist also wichtig. Die Konzentration auf das Wesentliche darf dabei aber nicht aus den Augen verloren werden.
Für die Datensammlung, die Informationsaufbereitung und die Erstellung des Businessplanes sollten Sie einen ausreichenden Zeitraum veranschlagen. Häufig geht dieser deutlich über einen Monat hinaus.
Online können Sie Ihren Businessplan unter www.gruendungswerkstatt-berlin-brandenburg.de erstellen. Dabei steht Ihnen ein Tutor aus der IHK Berlin zur Verfügung. Wenn Sie in der Gründungswerkstatt eingeloggt sind, können Sie hier mit ausführlichen Hilfen Ihr Geschäftskonzept entwickeln.
Gliederung
Folgende Gliederung sollte beim Verfassen von Businessplänen grundsätzlich eingehalten werden. Ob und wie detailliert auf jeden der einzelnen Punkte eingegangen wird, hängt wesentlich vom Finanzierungsobjekt, dem Finanzierungsvolumen und dem Adressaten ab. Generell gilt: Je mehr Geld benötigt wird und/oder je risikobehafteter das potentielle Investment ist, desto mehr Informationen muss der Businessplan enthalten. Ist dem potentiellen Kapitalgeber das Unternehmen schon gut bekannt, sollte man sich dabei auf die für die Investition unmittelbar wichtigen Sachverhalte beschränken.
1. Zusammenfassung ("Executive Summary")
Im ersten Abschnitt werden die wesentlichen Punkte Ihres Unternehmens kurz dargestellt. Dem Leser wird die Möglichkeit gegeben, sich auf einer Seite (notfalls auch zwei) einen ersten Eindruck über Ihr Geschäftsvorhaben zu verschaffen.
- Unternehmensgegenstand
- Darstellung des Objekts, für das die finanziellen Mittel eingeworben werden sollen
- Relevante Märkte
- Wettbewerbsvorteile und Alleinstellungsmerkmal
- Strategie
- Kapitalbedarf
Das Executive Summary sollte erst nach Fertigstellung des restlichen Businessplans geschrieben werden.
2. Allgemeine Unternehmensinformationen
Hier sind alle relevanten Daten zum Unternehmen zu nennen, die für die potentiellen Investoren (Adressaten) von Bedeutung sind. Auf folgende Punkte sollten Sie eingehen:
- Unternehmensgeschichte (kurz!)
- Rechtsform
- Gesellschafter(-struktur)
- Sitz, Zweigniederlassungen, Standorte und Beteiligungen
- Organisation
- Unternehmensziele und -visionen
- Corporate Identity
- Ratingergebnisse (falls vorhanden)
3. Leistungsangebot
In diesem Abschnitt stellen Sie Ihre Produkte bzw. Dienstleistungen vor. Ein besonderer Schwerpunkt sollte dabei auf deren Alleinstellungsmerkmale (Wettbewerbsvorteile) gelegt werden.
- Aktuelles Angebot an Produkten und Dienstleistungen
- Alleinstellungsmerkmale und daraus folgende Wettbewerbsvorteile
- Benchmarking mit Mitbewerbern
- Geplantes zukünftiges Angebot an Produkten/Dienstleistungen
- Entwicklungsstadium der neuen Angebote, aktuelle Innovationen
- Patente und Lizenzen
4. Absatzmarkt und Wettbewerb
Für eine langfristig erfolgreiche Entwicklung Ihres Unternehmens muss ein ausreichend großes Marktpotenzial vorhanden sein. Grenzen Sie deshalb den für Ihr Unternehmen relevanten Markt so exakt wie möglich ab und charakterisieren Sie Markt und Wettbewerb nach folgenden Kriterien:
- Volumen und Entwicklungspotential der Gesamtmärkte bzw. Marktsegmente
- Bisherige Entwicklung eigener Marktanteile in den relevanten Märkten
- Charakterisierung des Zielmarktes
- Preisentwicklung in Vergangenheit und Zukunft
- Kundenstruktur und -macht (Anzahl und Anteil)
- Kundengewinne und Verluste in den letzten Jahren
- Einflussfaktoren (politisch, ökonomisch, sozial, technologisch)
- Markteintrittsbarrieren
- Wettbewerbsanalyse:
Mitbewerberübersicht mit Marktanteilen und Stärken-/Schwächen-Profil
5. Produktion und Einkauf
Neben dem Verkaufsmarkt existiert natürlich auch der Beschaffungsmarkt. Der Zugang zu Rohstoffen bzw. Waren kann über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Gehen Sie auf folgende Punkte ein:
- Lieferantenstruktur und -macht (Anzahl und Anteil)
- Einkaufskonditionen und Verhandlungspositionen
- Verfügbarkeit und evtl. Engpässe der verwendeten Rohstoffe bzw. Waren
- Produktionsstätten und -partner
- Kapazität und Auslastung
- Technologieposition, -standards und -trends
6. Marketing und Vertrieb
Ohne ein funktionierendes Marketing sind die besten Produkte nur schwer zu verkaufen. Daher ist es wichtig, die gewählte Marketingstrategie zu erläutern und die Vertriebswege darzustellen. Folgende Kriterien sind wichtig:
- Gewählte Marketingstrategie (Qualitäts- oder Preisführerschaft)
- Ausgestaltung des Marketing-Mix
(insbesondere Kommunikations- und Distributionspolitik) - Marketingbudget
- Eingesetzte Ressourcen
7. Management und Personal
Der Erfolg von Unternehmen ist in hohem Maße von der Kompetenz des Managements und Personals abhängig. Gehen Sie deshalb auf folgende Punkte ein:
- Hintergrund/Qualifikation des Managements und der wichtigsten, leitenden
Mitarbeiter (berufliche Werdegänge in Kurzform) - Qualifikationsniveau der Mitarbeiter
- Ausstattung des Unternehmens mit Know-how nach Abteilungen
- Implementierte Programme zur Personalentwicklung
- Beschäftigungsregelungen, Betriebsvereinbarungen
- Personal-Fluktuation und Entwicklung des Krankenstandes
- Personalplanung
- Nachfolgeregelungen
8. Finanzdaten
Es liegt in der Natur der Sache, dass ein besonderes Interesse der Kapitalgeber an den finanziellen Daten des Unternehmens besteht. Daher ist hier besonders sorgfältig zu arbeiten. Folgende Inhalte sollte dieser Abschnitt enthalten:
- Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen der letzten drei Jahre und
aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung - Entwicklung von Deckungsbeiträgen, Cash-Flow und Eigenkapitalquote
- Anlagespiegel und Grundbuchauszüge
- Bürgschaften und Leasingverpflichtungen
- Auftragsbestände und -reichweite
- Beschlüsse Gewinnverwendung
- Benchmarking (Kennzahlenvergleich)
9. Finanz- und Finanzierungsplanung
Die Finanzdaten beschreiben, wie die Geschäfte in der Vergangenheit gelaufen sind. Einen Investor interessieren aber genauso auch die geplanten, zukünftigen Entwicklungen. Neben fachlich fundierten Aussagen zu Renditeerwartungen sind vor allem Angaben zur Liquiditätsentwicklung interessant. Folgende Elemente sollten enthalten sein:
- Kapitalbedarfsplan (Projektfinanzierung)
- Liquiditätsplan
- Ertragsvorschau
- Umsatz- bzw. Absatzplanung
- Finanzierungsplanung
10. Freie Sicherheiten
Kreditsicherheiten haben unter Basel II eine stärkere Bedeutung erhalten. Sie werden bei der Ermittlung des zu unterlegenden Eigenkapitals durch die Bank im positiven Sinne berücksichtigt und haben sowohl Einfluss auf die Bereitschaft zur Kreditvergabe als auch auf die Konditionsgestaltung. Die detaillierte Darstellung des Unternehmensvermögens, eventuell mit Gutachten unterlegt, kann zu einem erheblichen Bonus bei Kreditentscheidungen und zu mehr Spielraum bei Konditionsverhandlungen führen.
11. Stärken/Schwächen - Chancen/Risiken
Schließen Sie Ihre Darstellung mit einem Resümee, in dem Sie Chancen und Risiken des Unternehmens inklusive des aktuellen Vorhabens gegenüberstellen. Auf jeden Fall sollten Sie die Marktrisiken noch einmal klar überdenken und aufzeigen mit welchen Maßnahmen Sie diesen begegnen wollen (Risikomanagement). Ebenso sollten Sie Ihre Chancen aufführen und darlegen, ob Ihnen genug Kapital zur tatsächlichen Realisierung zur Verfügung steht.
Es muss erkennbar sein, wo sich Ihr Unternehmen in 3 - 5 Jahren befindet.
12. Anlagen
In die Anlage gehören solche Informationen und Dokumente, die ein möglichst umfassendes Bild Ihres Unternehmens geben aber nicht in die sonstigen Gliederungspunkte passen. Dazu gehören:
- Lebensläufe und wichtige Zeugnisse der Unternehmensleitung
- Jahresabschlüsse
- Organigramm
- Produktbroschüren und Preislisten
- Imagebroschüren und Kundenzeitschriften
- Presseberichte und Referenzen
Sollten Sie Hilfe bei der Erstellung eines Businessplans benötigen, ist ggf. die Einbeziehung eines Steuer- oder Unternehmensberaters sinnvoll.
Haben Sie bereits ein Konzept erstellt und sind sich nicht sicher, inwieweit die Darstellung bankfähig ist? Können wir Ihnen gerne ein Feedbackgespräch zu Ihrem Businessplan anbieten.