Start-ups und Berufsausbildung. Passt das zusammen?

Unter dem Motto "Thema des Monats" stellt die IHK Berlin monatlich ein aktuelles Thema vor. Dazu finden Sie hier und im Service Center Studien, Merkblätter, Veranstaltungshinweise, Umfrageergebnisse, Checklisten und Ansprechpartner inner- und außerhalb der IHK Berlin.
Im Juli und August 2016 ging es um
"Verbundausbildung in Start-ups".
Ihr Unternehmen hat sich gut am Markt positioniert und wächst? Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um selbst auszubilden.
Im Verbund mit etablierten Unternehmen oder anderen Start-ups bilden Sie eigene Experten aus, die Arbeitsprozesse systematisch gestalten, aber auch flexibel sind. Damit können sie zur weiteren erfolgreichen Entwicklung Ihres aufstrebenden Unternehmens beitragen.
Gibt es überhaupt passende Berufe für Start-ups?
Gemeinsam mit den IHK-Ausbildungsberatern wählen Sie aus der Vielzahl von Ausbildungsberufen diejenigen aus, die Ihre Geschäftsabläufe zielgerichtet unterstützen. Das kann beispielsweise der Fachinformatiker genauso sein wie der Kaufmann für Büromanagement, der die komplexer werdenden kaufmännischen Abläufe eines wachsenden Unternehmens strukturiert. Kaufleute für Marketingkommunikation und Mediengestalter Digital und Print verhelfen Ihnen zu einem professionellen Außenauftritt. Diese Liste an möglichen Anforderungen in Ihrem Unternehmen und dazu passende Berufsbilder des deutschen Ausbildungssystems könnte weiter fortgeschrieben werden.
Start-ups sind doch hoch spezialisiert. Wie kann da richtig ausgebildet werden?
Da für alle Ausbildungsberufe festgelegt ist, welche Kenntnisse und Fähigkeiten sich die zukünftigen Experten im Verlauf der Ausbildung aneignen müssen, wird im nächsten Schritt festgestellt, ob dies in Ihrem Unternehmen in vollem Umfang möglich ist. Sollte dies nicht der Fall sein, schließen Sie zur optimalen Ausbildung im jeweiligen Beruf einen Kooperationsvertrag mit einem anderen Unternehmen ab. So müssen Sie nicht darauf verzichten, Berufsausbildung zur Verstärkung Ihres eigenen Teams von Akademikern und Quereinsteigern anzubieten. Ihr Unternehmen und Ihre Auszubildenden profitieren zudem von den Ausbildungserfahrungen etablierter Unternehmen. Auch Geschäftsbeziehungen können auf diesem Wege angebahnt oder intensiviert werden.
Zur sogenannten Eignungsfeststellung durch die IHK-Berater gehört zudem die Bestimmung eines verantwortlichen Ausbilders in den ausbildenden Unternehmen.
Kann unser Unternehmen auch Partner eines Start-ups für die Ausbildung werden?
Sowohl Unternehmen, die schon länger am Markt sind, als auch junge Firmen können sich an der Ausbildung beteiligen. Sie geben als Verbundpartner einerseits Ausbildungsinhalte weiter, die der Leitbetrieb nicht vermitteln kann. Andererseits bieten Kooperationsbetriebe attraktive berufsbezogene Zusatzangebote für die Auszubildenden an.
Woher bekomme ich Bewerber für die Ausbildung in meinem Start-up?
Viele junge Leute kennen die Vorzüge der Berufsausbildung nicht. Für sie zählen Abitur und anschließend eine Hochschule oder Uni. Leider gehören sie allzu häufig nach einigen Semestern zu den Studienaussteigern. Unter diesen finden Sie mit Hilfe des IHK-Netzwerkes geeignete Kandidaten für Ihre Ausbildungsangebote, denn sie zeichnen sich durch gute schulische Bildung, Flexibilität und Gestaltungswillen aus. Wenn sie rechtzeitig auf die Möglichkeiten des beruflichen Karrierestarts in den Berliner Start-ups aufmerksam gemacht werden, gewinnen sowohl die zukünftigen Fachkräfte, indem sie einen soliden, zu ihnen passenden Berufseinstieg finden, als auch Sie als Start-up-Unternehmer auf der Suche nach motivierten Auszubildenden.
Oder Sie bieten Quereinsteigern eine Ausbildung in Ihrem Team an, damit sie ihr Wissen und Können systematisieren und mit einem IHK-Berufsabschluss nachweisen können.
Wer unterstützt mein Start-up beim Einstieg in die Ausbildung?
Neben den IHK-Ausbildungsberatern steht allen Unternehmern für den Einstieg in die Verbundausbildung die Expertise des Teams der Verbundberatung Berlin zur Verfügung. Dieses Projekt ist Teil der Gesamtstrategie BerlinArbeit der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen und wird vom Land Berlin gefördert. Träger des Projektes ist der Verein zur Förderung der beruflichen Bildung Berlin e. V., dessen Mitglieder die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer Berlin, der Verband der Freien Berufe in Berlin e. V. sowie die Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e. V. sind.
Für die Kampagne „Verbundausbildung in Start-ups“ ist zudem der Bundesverband Deutsche Startups e. V. als Partner dabei.