Shalom Israel

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und 28 Unternehmer aus den Bereichen Bau, Energie, Gesundheit, Start-ups, Umwelt und Verkehr haben sich Mitte Oktober auf den Weg nach Israel gemacht. Zum Auftakt der aus Landes- und EU-Mitteln kofinanzierten Israelreise besuchten rund 120 Teilnehmer das vom Regierenden Bürgermeister eröffnete Berliner Wirtschaftsforum in Tel Aviv. In Diskussionsrunden und individuellen Geschäftsgesprächen erörterten die Teilnehmer Zukunftsvisionen und konkrete Kooperations- und Investitionsmöglichkeiten im Bereich der städtischen Infrastruktur, im High-Tech-Sektor und bei der Vernetzung der Start-up-Szene beider Länder.
Im Beisein des Regierenden Bürgermeisters wurden beim Forum drei Kooperationsvereinbarungen geschlossen: IHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer unterzeichnete eine Vereinbarung mit dem Berlin-Tel Aviv Technology and Entrepreneurship Committee (BETATEC) mit dem Ziel, gemeinsam in den nächsten Jahren die Wirtschaftszusammenarbeit zwischen Berlin und Israel in den Feldern IKT und Start-ups, Industrie sowie Forschung und Entwicklung zu stärken. Außerdem wurde ein Kooperationsvertrag zwischen Berlin Partner und Tel Aviv Global, der Wirtschaftsfördergesellschaft von Tel Aviv, zur gegenseitigen Unterstützung von Start-ups geschlossen. Prof. Georg Duda, der für die Berliner Charité eine Absichtserklärung mit der israelischen Firma Pluristem Inc. über eine gemeinsame Studie in der Stammzellenforschung unterzeichnete, sagte: „Das technische Know-How von Pluristem einerseits kombiniert mit einem tiefgreifenden Verständnis der klinischen Notwendigkeiten und des biologischen Mechanismus an der Charité andererseits, ermöglicht, gemeinsam ganz neue Wege in der Zelltherapie zu gehen.“
Die Folgetage in Tel Aviv und Jerusalem nutzten die Berliner Unternehmer für Gespräche mit renommierten israelischen Unternehmen und Institutionen. Die Vertreter der Berliner Start-ups führten u.a. ein Gespräch mit dem Chefwissenschaftler der israelischen Regierung, zentrales Organ der Start-up- und Innovationsförderung, und waren im bekannten Co-Working-Areal „the Library“ in Tel Aviv zu Gast. Delegationsteilnehmer Rubin Ritter, Vorstandsmitglied von Zalando SE, schilderte seine Eindrücke: „Israels Gründerkultur ist weltbekannt und beispielgebend. In ihrer Dynamik zeigt insbesondere die Start-up-Szene in Tel Aviv aber auch viele Parallelen zu Berlin. Beeindruckend ist dabei der Pragmatismus der Gründer.“
Die Berliner Unternehmer aus den Infrastrukturbranchen besuchten staatliche Einrichtungen, wie etwa die Verkehrsplanungsbehörde von Jerusalem. Für die Unternehmer aus dem High-Tech-Segment, speziell der Gesundheitswirtschaft, zählten die Gespräche mit den israelischen Vertretern des Pharmakonzerns Merck, der sein Inkubator-Programm vorstellte, und bei Hadasit, der Technologietransferorganisation des landesweit bekannten Hadassa-Krankenhauses, zu den Highlights. Zum Abschluss der Reise besuchte die Wirtschaftsdelegation das international anerkannte Weizmann Institute of Science. Dort diskutierte man mit der Institutsleitung über zentrale Themen wie Innovationsförderung und Technologietransfer.
Die IHK Berlin wird in 2016 eine Wirtschaftskonferenz organisieren, um die strategische Zusammenarbeit mit den israelischen Partnern zu Smart City-, Innovations- und Start-up-Themen weiter auszubauen.