Einstiegsqualifizierung (EQ): Erfolgreiche Starthilfe in die Berufsausbildung

Mit einer betrieblichen Einstiegsqualifizierung (EQ) kann Jugendlichen der Start in die Berufsausbildung gelingen, auch wenn sie nach dem Schulabgang noch nicht als 'ausbildungsreif' gelten. Die Chance, nach einem solchen Praktikum im Betrieb in eine Ausbildung übernommen zu werden, liegt bundesweit bei rund 60%. Die IHK Berlin akquiriert jährlich mehrere Hundert solcher Praktikumsplätze bei den Betrieben und betreut diese in der Zeit von August bzw. Oktober bis zum Ausbildungsbeginn im Folgejahr.
Zur Orientierung finden Sie hier eine Übersicht der Einstiegsqualifizierungen nach Ausbildungsberufen.
Die Praktika werden von den Arbeitsagenturen und Jobcentern finanziell gefördert. Der Zuschuss zur Vergütung der Arbeitgeber wurde ab 1. August 2016 auf monatlich 231 Euro erhöht. Der ebenfalls übernommene pauschale Sozialversicherungsbetrag beläuft sich aktuell auf monatlich 116 Euro.
Die in der Nachfolge des Ausbildungspaktes für 2015 – 2018 auf Bundesebene geschlossene  Ausbildungsallianz  sieht in den Einstiegsqualifizierungen weiterhin einen guten Weg für Jugendliche, in Ausbildung zu kommen. Ergänzend zur bisherigen Form der Einstiegsqualifizierung wird es künftig das sog. 'EQ plus' geben, eine Kombination aus Einstiegspraktikum und ausbildungsbegleitenden Hilfen durch die Arbeitsagenturen für diejenigen, die Nachhilfe oder sozialpädagogische Zusatzbetreuung benötigen.
Nachdem in den vergangenen Jahren in Berlin die Zahl der besetzten EQ-Plätze leider stetig abgenommen hat, haben Regionaldirektion und Wirtschaft sich nun verabredet, einen neuen Appell zur Nutzung der Praktikumsmöglichkeit an die Betriebe und Jugendlichen zu richten.
Zusätzlich fördert die Berliner Wirtschaft seit April 2015 im Rahmen ihrer Initiative Förderung von Bildungsprojekten u.a. das Projekt EQ HOCH ZWEI. Die Joblinge gAG unterstützt Unternehmen aktiv bei der  Besetzung  von EQ-Plätzen, indem sie individuell vorqualifizierte Jugendliche vermittelt und während der Einstiegsqualifizierung verlässlich begleitet.
Ab August 2016 kann wieder  EQ bzw. 'EQ-Plus' begonnen werden. Da Einstiegspraktikanten am Berufsschulunterricht teilnehmen, heißt es: 'Je früher, desto besser.' Auch kann ab August 2016 - wenn entsprechende tarifliche Vereinbarungen vorliegen - bei Teilnahme an einem Deutschförderkurs der Anteil der Zeit im Betrieb auf mindestens 50 Prozent der EQ-Gesamtzeit reduziert werden.

Einstiegsqualifizierung mit IHK-Zertifikat

Was ist eine Einstiegsqualifizierung?

Ausbildungswillige und ausbildungsfähige junge Menschen sollen ein Angebot erhalten, wenn sie nach den bundesweiten Nachvermittlungsaktionen im Herbst keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Das Potenzial dieser Jugendlichen ungenutzt zu lassen, kann nicht im Sinne von Wirtschaft und Gesellschaft sein. Das Ziel der betrieblichen Einstiegsqualifizierung mit IHK-Zertifikat heißt: Potenziale erschließen durch den Einstieg in Ausbildung und Arbeit. EQ ist ein zusätzliches Qualifizierungsinstrument zur besseren Fachkräftesicherung. Es dient nicht dazu, statt regulärer Ausbildung auf preiswerte Praktikanten umzustellen. Die Ausbildungsberater der IHK überprüfen Betriebe bei der Durchführung der Praktika und sind Ansprechpartner für EQ-Praktikanten zu Fragen des Praktikums.
Jugendliche erhalten mit der Einstiegsqualifizierung die Möglichkeit, in einem Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten Teile eines Ausbildungsberufes, einen Betrieb und das Berufsleben kennen zu lernen. Die Einstiegsqualifizierung dient als Türöffner für Ausbildung oder Beschäftigung.
  • Betriebe können ihren Nachwuchs durch eine Einstiegsqualifizierung näher kennen lernen. Die Betriebe sehen mehr von den praktischen Begabungen als Schulzeugnisse aussagen.
  • Noch nicht ausbildende Betriebe können selbst in die Ausbildung einsteigen. Auch Betriebe, die nicht alle Anforderungen an eine komplette Ausbildung erfüllen, können mitmachen. Der Betrieb muss spezielle Tätigkeitsbereiche des betreffenden Ausbildungsberufs vermitteln können.
  • Die Betriebe können die Jugendlichen an eine Ausbildung heranführen. Der Übergang in eine Ausbildung oder Beschäftigung ist jederzeit möglich.
  • Einstiegsqualifizierungen sind aus allen Berufen ableitbar. Alle Tätigkeitsbereiche sind möglich. Sie können abhängig von der Entwicklung der Jugendlichen und den betrieblichen Gegebenheiten flexibel gestaltet werden.
  • Sie bieten Jugendlichen, die noch nicht voll ausbildungsfähig sind, eine neue Chance. Damit ist auch ein Imagegewinn für das Unternehmen verbunden.

Was müssen Unternehmen tun?

Sie schließen mit den Jugendlichen einen Vertrag über die Einstiegsqualifizierung. Sie setzen die Jugendlichen in Ihrem Unternehmen ein und vermitteln die fachspezifischen und sozialen Kompetenzen. Die Jugendlichen verpflichten sich zu lernen.
  • Seit dem Schuljahr 2008/09 sind die Teilnehmer/-innen an der Einstiegsqualifizierung berufsschulpflichtig und werden entsprechend der Zielrichtung der Berufsvorbereitung auf den Ausbildungsberuf in die entsprechende Fachklasse des 1. Ausbildungsjahres aufgenommen.
  • Die Arbeitsagentur erstattet die Vergütung der Einstiegsqualifizierung von 231 € monatlich zzgl. des Gesamtsozialversicherungsbeitrages von 116 €.
  • Betriebe stellen am Ende der Einstiegsqualifizierung ein betriebliches Zeugnis aus und bewerten die Leistungen.
  • Die IHK vergibt ein Zertifikat, das den Übergang in eine spätere Ausbildung oder Berufstätigkeit erleichtert.
  • Bei anschließender Ausbildung kann die Ausbildungszeit um bis zu sechs Monate verkürzt werden.

Was ist EQ plus?

Im neuen Ausbildungspakt 2011 - 2014 hat die Wirtschaft angeboten, neben EQ-Plätzen auch Angebote für Praktika einzuwerben, die noch besondere Nachhilfen beinhalten (EQ plus). Sie kommen in Betracht für Jugendliche, die neben dem Einstiegspraktikum noch fachlichen oder pädagogischen Nachholebedarf haben.

Vertragsmuster, Antragsformulare...

Hier finden Sie Vertragsmuster und Beispiele für Einstiegsqualifizierungen. Sie können weitere Tätigkeitsbereiche gemeinsam mit dem Ausbildungsberater der IHK festlegen.

Musterbeispiele und betriebliche Zeugnisse: