Standortpolitik

Wirtschaftsentwicklung und -struktur

Bruttoinlandsprodukt I: Bundesländervergleich

Seit einigen Jahren platziert sich Berlin beim Wirtschaftswachstum in der Spitzengruppe der Bundesländer. Die deutsche Metropole profitiert von ihrer internationalen Popularität, dem vergleichsweise großen Arbeitskräftepotenzial und einer herausragenden Forschungslandschaft.
Wachstumsmotor Nummer 1 ist das Dienstleistungsgewerbe – insbesondere Händler, Hotels und Gastronomiebetriebe, und natürlich IT-Firmen prosperieren in Berlin. Da die Stadt seit einigen Jahren jährlich rund 40.000 Einwohner hinzugewinnt, wachsen auch die Wertschöpfung von Immobilien- und Baubranche deutlich.

Bruttoinlandsprodukt II: Entwicklung ab 2004

Berlins Wirtschaftsentwicklung hat ab 2004 kräftig Fahrt aufgenommen. Damit war die Stagnation den frühen Nuller-Jahre überwunden. Zwischen 2005 und 2017 legte das BIP um 56 Prozent zu, bundesweit waren es 41 Prozent. Die Berliner Wirtschaft kam vergleichsweise gut durch die Lehman-Krise. Nach 2009 blieb das Wirtschaftswachstum stark, war aber weniger agil als zwischen 2005 und 2008.
Berlin ist sicher nicht mehr arm. Doch von den wirtschaftlichen Zugpferden der deutschen Wirtschaft finden sich (noch) zu wenige in Berlin. In den einigen der vergangenen Jahre wuchs des BIP hier zwar schneller als im Bundesdurschnitt. Aber einen sichtbar steileren Wachstumstrend konnte die Stadt bisher nicht etablieren.

Produktivität: Bruttoinlandsprodukt je Arbeitsstunde

Die Produktivität je Arbeitsstunde in Berlin hinkt dem Bundesdurchschnitt noch immer hinterher – und trotz des raschen Wirtschaftswachstums gelingt es seit Jahren nicht, diese Lücke zu schließen. Ein Grund dafür ist die in Berlin große Bedeutung von Branchen, in denen die Arbeitsproduktivität vergleichsweise niedrig ist. Insbesondere der relativ geringe Anteil der Industrie, welche eine hohe Arbeitsproduktivität aufweist, wirkt sich hier negativ aus.

Wirtschaftsstruktur I: Branchenstruktur 2017

Wie jede Metropole ist auch Berlin von Unternehmen der Dienstleistungswirtschaft geprägt. Sie tragen mehr als 80 Prozent zur Bruttowertschöpfung bei. Dennoch ist der Produzierende Sektor nicht zu vernachlässigen: Die hier erbrachte Wertschöpfung belief sich 2017 auf über 18,9  Milliarden Euro.

Wirtschaftsstruktur II: Strukturwandel 1991-2017

Seit der Wiedervereinigung verdoppelte sich die Wirtschaftsleistung des Dienstleistungssektors in Berlin. Das Produzierende Gewerbe erholte sich von seiner Schwäche Mitte der 90er Jahre. Zwar wächst dieser Wirtschaftszweig seitdem stetig - mit Außnahme der Lehman-Krise-, aber das Wachstumstempo ist verhalten.