Konjunktur in Berlin

Das Konjunkturhoch in der Berliner Wirtschaft geht ins dritte Jahr. Die Unternehmen berichten von besseren Geschäften als je zuvor, und die Erwartungen sind überwiegend optimistisch. Die Unternehmen sehen in den kommenden Monaten ausgeprägte Wachstumschancen. Insbesondere Gastgewerbe und Handel rechnen über den Sommer hinweg mit steigender Nachfrage. Besonders freudig stimmt, dass auch die Industrie wieder optimistischere Geschäftsprognosen abgibt.
Die Berliner Wirtschaft geht mit kräftigem konjunkturellem Rückenwind in die Sommermonate. Verflogen ist die leichte Unruhe, welche viele Unternehmen noch im Januar umtrieb. Das geschäftliche Klima hellt sich weiter auf: Der Stimmungsindikator steigt um drei Punkte auf aktuell 145 Zähler; ein Wert deutlich oberhalb des 121 Punkte zählenden langfristigen Durchschnitts. Verantwortlich für diese Aufwärtsbewegung zeichnet zum einen die Geschäftslage, die von vielen Unternehmen positiver bewertet wird als in der Vorumfrage.
Und auch die Erwartungen zeigen sich von einer optimistischeren Seite. Zuletzt hatte die Berliner  Wirtschaft – erstmals sei Jahren – mit zunehmender Skepsis in die Zukunft geblickt. Gründe dafür waren Ängste vor einem raschen Ölpreisanstieg und die aus der US-Präsidentenwahl folgende Konfusion. Auch die teils schwierige innereuropäischen Lage, die im Brexit kulminiert, ließ viele Unternehmen verhaltene Prognosen stellen. Die Wirtschaft sorgte sich also um den konjunkturellen Schwung. Im Frühsommer scheinen diese externen Schocks weit weniger stimmungstrübend zu wirken. Erklären lässt sich dies zum einen mit Antizipierungsprozessen in den Unternehmen, aber auch damit, dass die Konjunktur in Folge dieser Ereignisse weniger Gegenwind erfuhr, als man befürchtet hatte.
Die guten Nachrichten vom Arbeitsmarkt wollen nicht abreißen; und werden es – geht es nach den Einschätzungen der Berliner Unternehmer – vorerst auch nicht. Der Saldo aus geplanten Beschäftigungsaufbau und -abbau liegt bei rund 31 Punkten und ist damit so hoch wie seit sechs Jahren nicht mehr. Damit wird ein Spitzenwert der Zeitreihe erreicht. Insbesondere der Indikator der Industrieunternehmen schnellte aus dem negativen Bereich auf 26 Punkte. Die Zurückhaltung vom Jahresbeginn – Zeichen der gebotenen Vorsicht auf Grund der internationalen Unsicherheiten – scheint vorerst überwunden.
Die Investitionsvorhaben in Berlin sind weiterhin überwiegend expansiv. Die Zahl der investierenden Unternehmen steigt. In der aktuellen Umfrage geben drei von vier Unternehmen an, in den nächsten zwölf Monaten investieren zu wollen. Der Saldo, aus dem Anteil der Unternehmen die Investitionen ausweiten oder zurückfahren wollen, liegt mit 37 Punkten leicht hinter dem Wert vom Jahresbeginn mit 39 Punkten. Damit zeigt der Indikator etwas langsamer steigende Investitionsaktivität in der Hauptstadt an.