Kunst für eine gute Sache

Am 27. November findet in der IHK wieder die Auktion zugunsten von Folteropfern statt
Mit Dr. Mercedes Hillen kommt man schnell ins Gespräch. Off en und kenntnisreich plaudert die Geschäftsführerin des Behandlungszentrums für Folteropfer schon zur Begrüßung über unterschiedliche Themen, die für sich genommen schon einige Seiten dieses Magazins füllen könnten. Beim Treff en mit der „Berliner Wirtschaft“ in einem Tiergartener Café geht es aber um die Kunstauktion, zu der die „Überleben – Stiftung für Folteropfer“ alljährlich ins Ludwig Erhard Haus einlädt. In diesem Jahr kommen am 27. November insgesamt 98 Arbeiten namhafter Künstler unter den Hammer. Der Erlös fließt in die Arbeit des Behandlungszentrums für Folteropfer, das mit dem Geld seine vielfältigen Projekte finanziert. Wenn es um Folteropfer geht, wird Mercedes Hillen, ausgebildete Fachärztin für Innere Medizin, schnell ernst, und man kann spüren, dass ihr das Thema ein großes persönliches Anliegen ist.
Die engagierte Ärztin weiß, wie wichtig die Behandlung der Folteropfer ist, damit sie die Chance haben, nach einer entsprechenden Therapie wieder ein möglichst normales Leben führen zu können. Zur Finanzierung der Behandlungen leistet die alljährliche Kunstauktion einen wichtigen Beitrag.
„IHK-Präsident Werner Gegenbauer hatte im Jahre 1999 die Idee, mit einer Kunstauktion die Anliegen der Stiftung Überleben Interessierten näher zu bringen,“ erinnert sich Mercedes Hillen. „Gegenbauer hat uns sein Haus geöffnet. Sein Nachfolger Dr. Eric Schweitzer setzt diese Tradition ohne Abstriche fort.“ Über die Gastfreundschaft der IHK freut sich Dr. Hillen besonders: „Insgesamt sind wir bei der jährlichen Auktion fünf Tage lang im Ludwig Erhard Haus und werden dabei sehr gut unterstützt.“ Es gibt viel zu tun rund um die Versteigerung. Zunächst müssen die Bilder aufgehängt werden, ehe Interessenten während der dreitägigen Vorbesichtigung einen Blick auf die Objekte werfen können. Der Höhepunkt ist die Auktion selbst, und besonders stolz ist Mercedes Hillen auf den Auktionator.
„Prof. Dr. Peter Raue ist seit dem Jahr 2000 dabei und begeistert jedes Jahr die Besucher mit einem einmaligen Mix aus Kunstverstand, Wissen und einer Portion Humor. Nicht zuletzt ihm ist es zu verdanken, dass der Erlös bis heute kontinuierlich angestiegen ist. Im letzten Jahr kamen 131 000 Euro zusammen. Damit haben wir die Einnahmen seit der ersten Versteigerung mehr als verdoppelt,“ so Hillen weiter. Der Erlös, abzüglich der mit der Versteigerung im Zusammenhang stehenden Kosten, kommt vollständig dem Behandlungszentrum für Folteropfer Berlin zugute. Begeistert ist die Stiftung auch vom Engagement der Künstler und der Galerien, die alljährlich Werke zur Verfügung stellen. „Unsere Kunstauktion ist ein Gemeinschaftswerk. Jeder, ob IHK, Galerist, Künstler oder Käufer, trägt seinen Anteil zum Gelingen unserer Veranstaltung bei. Jeder leistet seinen Beitrag und sichert auf seine Weise die Existenz des Behandlungszentrums,“ resümiert Mercedes Hillen und beendet freundlich, aber bestimmt das Gespräch. Der Auktionskatalog muss fertig werden.
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