Von der Idee zum Prototypen

Für Berliner Unternehmen ist der Innovationsdruck in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Nicht nur schnellere Entwicklungszyklen, auch der Fachkräftebedarf spielt hier eine Rolle. Weil mittelständischen Firmen im Tagesgeschäft oft die Ressourcen fehlen, Kontakte zu Forschungspartnern auf- und auszubauen, setzt man in Schöneweide jetzt auf nachhaltige Strukturen, die Kooperationen mit kleinen und mittelständischen Unternehmen und der Hochschule vor Ort fördern. Die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin mit ihrem Fokus auf angewandte Forschung ist dafür ein idealer Partner. Doch noch viel zu selten finden im laufenden Tagesgeschäft Unternehmen, Hochschule und Nachwuchskräfte in gemeinsamen Projekten zusammen.
Hier setzt die Innovationswerkstatt Schöneweide an: Sie fungiert als kompetenter „Kümmerer“, der sowohl die persönliche Ansprache von Unternehmen, als auch das Matching zu den passenden Fachbereichen der Hochschule und die vollständige Betreuung der Kooperationen übernimmt. „Die wertvolle Ressource“, erläutert Projektleiterin Daniela Lange von der Wista-Management GmbH, „liegt hier in der Verknüpfung von Disziplinen und Methoden aus den Fachbereichen der HTW mit dem oft unbekannten Know-how zu Fertigungsverfahren, Materialien und Technologien von Berliner Unternehmen.“
Ausgangpunkte einer jeden Kooperation sind dabei immer aktuelle Fragestellungen aus der Unternehmenspraxis. Interdisziplinär zusammengesetzte Studierenden- Teams suchen dann im Workshop- Format nach Lösungen, um beispielsweise Produktionsprozesse oder Marketingkonzepte zu verbessern. Dabei entstehen erste Ideen oder gar Prototypen, die neuartig oder auch überraschend sein dürfen. Professoren verschiedener Studiengänge und Coaches aus dem Design-Thinking begleiten die Arbeitsschritte.
„Die Innovationswerkstatt Schöneweide bietet damit nicht nur einen niedrigschwelligen Zugang für Unternehmen zur Forschungsexpertise unserer Hochschule, sondern ergänzt die praxisnahe Ausbildung unserer Studierenden mit einem interdisziplinären Zusatzangebot“, erklärt Prof. Volker Wohlgemuth, der die Innovationswerkstatt von Seiten der Hochschule leitet.
Davon ist auch Karl Meyer, Entwicklungsleiter der BTB GmbH, überzeugt. Das Unternehmen beteiligte sich an der Pilotphase 2015 und trug zur Plattform- Weiterentwicklung bei. „Wir waren überrascht, wie einfach und gewinnbringend die Zusammenarbeit sein kann“, so Meyer, „die Studierenden waren hoch motiviert und brachten in kürzester Zeit mit ihrem anderen Blickwinkel neue Impulse, die wir gut gebrauchen können.“ Am aktuellen Workshop sind Unternehmen aus der Informatik, der Möbelbranche und der Scanner-Technologie beteiligt. In den nächsten zwei Jahren sind drei weitere Werkstätten mit insgesamt rund 20 Einzelprojekten geplant.
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