Kurzstudie zur Integration von Geflüchteten in den Berliner Arbeitsmarkt veröffentlicht

In den vergangenen Jahren sind Tausende geflüchtete Unternehmer und gründungsinteressierte Geflüchtete nach Berlin gekommen. Diese stammen in der Regel aus Ländern mit einer sehr unternehmerisch geprägten Kultur. Mit der Start-up-Class für Geflüchtete bietet die IHK Berlin seit Jahresbeginn diesen Interessierten in kompakter Form und in arabischer Sprache einen Überblick zum Weg in die Selbstständigkeit in Berlin an. Daraus konnten nun erstmals Erkenntnisse zur Situation von gründungsinteressierten Geflüchteten, zu deren Gründungsabsichten und zu Herausforderungen auf dem Weg in die Selbstständigkeit gewonnen werden. Die Ergebnisse wurden heute veröffentlicht.
Für die Kurzstudie „Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten durch Existenzgründung“ hat die IHK Berlin ihre Erkenntnisse aus fünf Start-up-Classes mit rund 100 Teilnehmern zusammengefasst. Zentrale Ergebnisse: Der Wille zu gründen ist schon sehr früh vorhanden. Rund 66 Prozent der gründungsinteressierten Neuankömmlinge, die sich durchschnittlich weniger als zwei Jahre in Berlin aufhalten, möchten gerne innerhalb der nächsten zwölf Monate gründen. Statistisch gesehen gelingt migrantischen Gründern jedoch erst nach durchschnittlich elf Jahren der Schritt in die Selbstständigkeit. Gut zwei Drittel der Befragten plant im Handel, im Dienstleistungsbereich oder der Gastronomie zu gründen. Befragt wurden die Teilnehmer auch nach den größten Hindernissen auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Diese liegen insbesondere bei der Finanzierung (58 Prozent), der deutschen Sprache (55 Prozent) und den fehlenden Kenntnissen über Markt und Kunden (50 Prozent).
Jan Pörksen, Geschäftsführer für Existenzgründung und Unternehmensförderung der IHK Berlin: „Wer sein Leben lang in seinem Heimatland als Unternehmer tätig war, kann durch eine erfolgreiche Gründung in den Berliner Arbeitsmarkt einsteigen. Während 2015 beispielsweise nur 55 Existenzgründungen durch Syrer registriert worden, kamen im selben Jahr schätzungsweise 2.000 geflüchtete Unternehmer aus Syrien nach Berlin. Dieses unternehmerische Potenzial müssen wir für den Wirtschaftsstandort Berlin nutzen. Denn es können nicht nur erfolgreiche neue Unternehmen entstehen, sondern durch Beschäftigungseffekte auch neue Arbeitsplätze geschaffen werden."
Als weitere Handlungsfelder sieht die IHK Berlin beispielsweise den Zugang zu Finanzierungs- und Fördermitteln und die Koordination von Begleit- und Betreuungsangeboten. Die komplette Kurzstudie als E-Book und PDF unter www.ihk-berlin.de/gefluechtetegruenden
Eine Pressemitteilung der IHK Berlin vom 17. Oktober 2016